Pathologie ICP

Pathologie

Pathologie:

Die Läsionen lassen sich in 5 Hauptgruppen einteilen:

1. Nervenzellnekrosen

2. Status marmoratus

3. Grenzoneninfarkte

4. periventrikulare Leukomalazie

5. fokale ischämische Herde



1. Nervenzellnekrosen

- hypoxische Schädigungen:
zerstört Neurone in Hirnrinde, Hippocampus, Kleinhirn, Thalamus,
Stammganglien u. Hirnstamm

- Folge:
spastische Hemiplegie oder Tetraplegie mit geistiger Retardation (Verzögerung) und epileptischen Anfällen
2. Status marmoratus

- schrumpfen der Stammganglien

aufgrund eines fokalen Nervenzellverlustes mit Gliose (erhöhte Anzahl Gliazellen)
diese nehmen Raum ein, aber übernehmen nicht die Funktion der Nervenzellen, die zerstört sind

Verdichtung markhaltiger Fasern (Markreifung = Myelinisierung)
- daher ein weißliches, marmoriertes Aussehen

termingerecht geborene Säuglinge sind meist betroffen

Folge:

- schlaffe Lähmung vom "zentralen Typ"
- späterer Verlauf: Tonuserhöhung und Choreoathethose


3. Grenzzoneninfarkte

Eine Grenzzone ist eine Grenze zwischen zwei Großhirnarterien, also zwischen zwei Versorgungsgebieten:

- A. cerebri media - ACM
- A. cerebri anterior - ACA
- A. cerebri posterior - ACP

Zwischen diesen Arterien bestehen Kurzschlüsse, die Kolletaralkreisläufe
Circulus arteriosus cerebri visilli, also auch eine überlappende Funktion

Symptome eines Hirninfarktes der einzelnen Versorgungsgebiete:

ACM - sensomotorische Hemisyndrom, Aphasie/Apraxi, Beugespastik,
Streckpastik

ACA - Beinbetonte Störungen, Inkontinenz, Wesensveränderungen

ACP - Hemianopsie

Einige Verschlüsse kann der Kolletaralkreislauf kompensieren

Folge: Diplegie oder Hemiplegie
4. Periventrikuläre Leukomalazie PVL

- Schädigung der weißen Substanz in der periventrikulären Zone, infolge des Sauerstoffsmangels, Mangels Durchblutung

- Absterben der Nervenzellen im dorsalen und lateralen Bereich der
Seitenventrikel und erweicht die weiße Substanz

- Unterschiedliche starke Ausfälle motorischer Funktionen:

- Bewegungsstörungen betreffen oft Beine - Diplegie
- manchmal auch Arme - kommt zu Spastiken

- In der weißen Substanz liegen motorische Nervenfasern durch die
willkürliche Bewegungen möglich sind

- Durch die Schädigung in dem Bereich entstehen Zysten erst in der
weißen Substanz, später dann in den seitlichen Ventrikeln

Teilleistungsschwächen:

ist eine proximale oder distale Parese
peripher, spinal, Rückenmark, zentral


5. fokale ischämische Läsion

Betroffen ist hier meistens die A. cerebri media:

- ist das größte hirnversorgende Gefäß und beliefert vor allem laterale Flächen, Hirn, Scheitel und Schläfenlappen mit Blut

- unter anderemauch Schaltzentren wie Zwischenhirn und Teile des
Thalamus

Ursache:

Schädigung oft Hypoxisch-ischämische Noxen, Embolien, Thrombosen

Symptome:

- in der Regel Gesichts u. Arm-Halbseitenlähmung
- Spastik der kontralateralen Seite
- Gefühlsstörungen in der entsprechenden Körperzonen
- Sprachstörungen und Apraxien